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Urwald Sababurg im Reinhardswald

Knorriges aus der Welt der alten Eichen

Wanderung · Lesedauer: 4 Minuten · Last edit: Mar 23, 2021

Nördlich von Kassel Richtung Bad Karlshafen entlang der Dornröschen-Route der Deutschen Märchenstraße liegt der Naturpark Reinhardswald, das größte zusammenhängende Waldgebiet im schönen Nordhessen.

Wenn dir das Dornröschenschloss Sababurg und der Tierpark im Reinhardswald gefallen haben, du aber nicht genug alte Bäume vor die Kamera bekommen hast, kannst du dies bei einem Besuch im Urwald nachholen. Das Gebiet grenzt praktischerweise direkt an den Tierpark an, so dass du dir noch eine Prise Wildschweingeruch mitnehmen kannst.

Abgestorbener Eichenstamm im Urwald Sababurg
Abgestorbener Eichenstamm im Urwald Sababurg

Seid behütet

Das als Urwald bezeichnete Waldstück grenzt direkt an den Tierpark an und ist kein Urwald im eigentlich Sinne, da er in früherer Zeit als Hutewald genutzt wurde und somit genau genommen eine Kulturlandschaft ist. Denn ein Hutewald ist nichts anderes als eine Weide in - nun ja, in einem Wald eben.

Die alte Kamineiche im Urwald Sababurg
Die alte Kamineiche im Urwald Sababurg

Viehbesitzer in unserer Vorzeit haben ihre Kühe oder Schweine in den Wald geschickt und dort weiden lassen, die Tiere haben sich von den Früchten der Eichen und Buchen ernährt und die frischen Zweige neu austreibender Bäume gefressen. Dadurch konnten nur wenig junge Bäume nachwachsen und es entstand über die Jahre ein lichter Wald mit vielen alten und großen Bäumen, mit anderen Worten: ein Träumchen von einem Wald und genau mein Ding.

Der Urwald Sababurg wurde 1907 zum Naturschutzgebiet erklärt und ist damit eines der ältesten Naturschutzgebieten in Deutschland. Die Bäume sind weitgehend sich selbst überlassen und haben viele Jahre auf dem Buckel, etliche sind mittlerweile abgestorben und stehen oder liegen als Totholz in der Landschaft herum. Dazu wachsen auch noch große Farne.

Adlerfarn im Urwald Sababurg
Adlerfarn im Urwald Sababurg

Alte Hutewälder sind nahe Kassel auch am Dörnberg und an der Dönche zu finden.

Zeitzeugen aus der Vorzeit

Huteeiche auf einer Lichtung im Frühling
Huteeiche auf einer Lichtung im Frühling

Kommst du vorbei?

Die Anfahrt über die Kreisstraße 55 aus Richtung Hofgeismar gehört zu meinen absoluten Lieblingsstrecken im Umland. Schnurgerade führt die 55 durch den Wald, hinunter in die Senke und wieder hinauf, am liebsten mag ich sie natürlich im Herbst, wenn die Bäume die Festtagskleidung angezogen haben. Die Straße führt auch am Örtchen Beberbeck vorbei, das mit unter 100 Einwohnern einem der wohl kleinsten Dörfchen weit und breit.

Die Anreise durch den Wald aus Richtung Holzhausen erweckt zur Zeit keine angenehmen Gefühle. Borkenkäfer, Sürme und die Trockenheit der letzten Jahre haben dem dortigen Baumbestand stark zugesetzt. Abgestorbene und vertrocknete Fichten wurden großräumig abgeholzt, wodurch riesige leere Flächen entstanden sind. Die gute Nachricht: die Aufforstung hat bereits begonnen, statt Fichten werden in den nächsten Jahren Laubbäume wachsen. Sie sollen den Märchenwald wieder attraktiver machen und auf kommende klimatische Veränderungen vorbereiten.

Deutsche Märchenstraße

Naturpark Reinhardswald

Reinhardswald Naturpark Lieblingsbaum

Kathinka lebt im grünen Nordhessen im Landkreis von Kassel, weil es dort so schön ist. Sie fotografiert am liebsten das Unspektakuläre und findet, dass es nie genug Bilder von Bäumen im Nebel geben kann. Auf Instragram postet sie manchmal kleine Quadrate, hier gibts noch mehr über Kathinka.

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